Blumen im Sommer (Geröll und Fels)
Stein-Leinkraut Linaria alpina ssp. petraea
In den Schutthalden, auf der Westseite der Hasenmatt, finden wir das nur im Jura vorkommende violett bis lila blühende Leinkraut, das sich ganz den Gegebenheiten seiner Umgebung angepasst hat. Es ist fast unglaublich, dass dieses feine, verletzliche Pflänzchen sich im sich dauernd bewegenden Schutt behaupten kann. Seine Chance ist die Bildung eines überaus langen und verzweigten Wurzelgeflechtes, aus dem die oberflächlichen Triebe immer wieder spriessen.
Die Hasenmatt ist der nördlichste Fundort in der Schweiz.
Leberbalsam Erinus alpinus
In Felsspalten, im Felsschutt und nur auf Kalk, finden wir das unscheinbare Pflänzchen. Auch für den Leberbalsam ist der Weissensteins das nördlichste Verbreitungsgebiet. Heimisch ist er neben dem südwestlichen Jura auch am Alpennordhang.
Grenobler Nelke Dianthus gratianopolitanus
Warum diese Nelke am verschwinden ist, ist noch nicht geklärt. Sie kommt im Jura und vereinzelt noch im Mittelland vor. Sie liebt die trockenen, warmen Felsen.
Im Juragarten scheint es ihr zu gefallen. Sie breitet sich jedes Jahr ein wenig aus. An einem warmen Sommerabend verströmt sie ihren typischen süsslichen Geruch weit herum.
Sie steht in der Schweiz und in ganze Europa unter Schutz!
Scheiden-Kronwicke Coronilla vaginalis
Aus der grossen Familie der Schmetterlingsblütler finden wir, unter anderen, die Scheiden-Kronwicke auf steinigen, kalkreichen Böden weit verbreitet im Jura und in den Alpen.
Ihr nahe verwandt ist die Strauchwicke, die in den Spalten von südexponierten Felswänden wächst.
Silberwurz Dryas octopetala

Diese Pionierpflanze, ein Zwergstrauch, finden wir im Jura nur selten.
Als Pionier festigt sie durch das starke und weit verbreitete Wurzelgeflecht Geröllhalden und rutschige Schutthänge. Die verwesenden Blätter bilden eine erste dünne Humusschicht, auf der sich dann rasch andere Pflanzen ansiedeln. Zum Dank wird die Silberwurz dann durch diese verdrängt. Aber Lawinen und Steinschläge sorgen dafür, dass immer wieder offene Stellen entstehen, wo aus den Flugsamen wieder eine neue Mutterpflanze entstehen kann.
Der östlichste Fundort im Jura ist am Balmfluh-Ostgrat. In den Alpen ist sie häufig zu finden.
Kochscher Enzian Gentiana acaulis

Er wird auch Stengelloser Enzian genannt und kommt im verbreitet im ganzen Alpengebiet vor. Er bevorzugt eher kalkarme Böden, die er im Jura in Heumatten und Weiden findet. Östlich der Röti finden wir diese auffallende Blütenpflanze nicht mehr.
Den nächsten Verwandten, den Clusius Enzian, Gentiana clusii, finden wir als kalkliebende Art in den Felsen der Röti, der Balmfluh, am Dilitschchopf und an der Hasenmatt.